Trauer-Knigge

Ein Verwandter, Freund oder Bekannter ist verstorben. Sie haben schon lange nicht mehr an Trauerfeierlichkeiten teilgenommen und fühlen sich unsicher. Sie wissen nicht, wie Sie sich gegenüber der Familie/den Angehörigen verhalten sollen.

Unser kleiner Trauer-Knigge soll Ihnen in dieser Situation mit gutem Rat zur Seite stehen.

Absolut tabu bei Trauerfeiern und Bestattungen:
Handy, Zigaretten, Kaugummi, T-Shirts, Turnschuhe, Baseballkappen

Kondolieren/Kondolenzbrief
Vermeiden Sie unter allen Umständen nichtssagende Floskeln wie „das wird schon wieder“, „das Leben geht weiter“ oder gar „es wird schon einen Sinn haben.“ Wenn Ihnen die richtigen Worte fehlen – mit einem stillen Händedruck oder einer sanften Umarmung können Sie Ihr Mitgefühl oft weitaus besser zum Ausdruck bringen.
Ein großer Trost für die Hinterbliebenen ist, die Erinnerung an den Verstorbenen wachzuhalten, z. B. „Ich habe Ihren Vater/Ihre Mutter sehr gemocht.“ „Er/sie war ein ganz besonderer Mensch.“ Scheuen Sie sich nicht, den Namen des Verstorbenen auszusprechen – er ist für die Angehörigen von großer Bedeutung. Z. B. „………….. wird mir sehr fehlen.“ „…………….. gute Laune war so ansteckend – ich habe mich so gerne mit ihm/ihr unterhalten.“

Wenn Sie schriftlich kondolieren möchten, schreiben Sie einen Brief oder eine Karte von Hand (schlichtes weißes Papier) und senden diese zeitnah nach dem Todesfall. Überlegen Sie gut, was Sie zum Ausdruck bringen möchten. Pauschalisieren Sie nicht, sondern bringen Sie persönliche Gedanken, Erlebnisse zum Ausdruck, die eine Verbindung zum Verstorbenen herstellen. Kondolenzschreiben werden von den Angehörigen oft sehr lange aufbewahrt und spenden in der ersten Zeit der Trauer und noch lange Zeit danach Trost.

Kondolenzbuch
Sofern bei der Trauerfeier ein Kondolenzbuch (Kondolenzliste) aufliegt, können Sie hier Ihren Namen eintragen. Das Buch dient den Angehörigen bei der späteren Danksagung als Anwesenheitsliste.

Kleidung
Tragen Sie dunkle gedeckte Kleidung. Sollten Sie keinen schwarzen Anzug/schwarze Kombination haben, wählen Sie dunkelgrau.

Trauerfeier und Erdbestattung
Zur Trauerfeier sollten Sie pünktlich erscheinen (ca. 15 Minuten vor Beginn). Wenn Sie in die Kapelle/Feierhalle gebeten werden, lassen Sie den direkten Angehörigen den Vortritt, folgen Sie in angemessenen Abstand; gleiches gilt auch, wenn der Sarg/die Urne aus der Feierhalle/Kapelle zum Grab getragen wird.  Während der Trauerfeier (Gottesdienst), auf dem Weg zum Grab und während der Beisetzungszeremonie sollten Sie schweigen. Wünschen die Angehörigen, dass am Grab von Beileidsbezeugungen Abstand genommen wird, so ist dies unbedingt zu respektieren. Nachdem die Familie/direkten Angehörigen am offenen Grab Abschied vom Verstorbenen genommen haben, treten als nächstes Freunde und Bekannte ans Grab. Es ist üblich, einen Augenblick innezuhalten und ggf. Blumen, Blütenblätter oder eine kl. Schaufel Erde ins offene Grab zu streuen. (Beim Betreten der Kapelle sowie auch an der Grabstelle nehmen Herren Hüte und Mützen ab.) Ohne direkte Einladung sollten Sie am anschließenden Trauermahl/Kaffeetrinken nicht teilnehmen.

Feuerbestattung
Die Trauerfeier bei Feuerbestattungen kann mit Sarg (vor der Einäscherung) oder auch mit Urne (nach der Einäscherung) stattfinden und sie kann auf unterschiedliche Art enden. Am Dreifaltigkeitsbergfriedhof in Regensburg bleibt der Sarg am Ende der Feierlichkeiten stehen und jeder einzelne kann an den Sarg treten und sich verabschieden. Oder aber der Sarg wird im Beisein des Geistlichen und der Trauergäste hinausgefahren. Auch in dieser Situation sollte man respektieren, wenn Angehörige nicht wünschen, dass man ihnen kondoliert.
Die Urne wird oftmals nur im engsten Kreis beigesetzt. Wenn Sie dazu nicht extra eingeladen wurden, sollten Sie auch nicht erscheinen.
 
Die Zeit danach
Trauern braucht Zeit. Erwarten Sie nicht, dass der Trauernde schon bald wieder „funktioniert“. Seien Sie für ihn da und hören Sie zu, wenn er über den Verlust sprechen möchte. Der Schmerz ist für den Trauernden wie ein kostbarer Schatz, denn er stellt die Verbindung zum Verstorbenen her. Sprechen Sie immer wieder Einladungen aus, aber ohne Druck. Und seien Sie nicht enttäuscht, wenn immer wieder abgelehnt wird, denn die Rückkehr ins „normale“ Leben fällt den meisten Trauernden schwer. Zeigen Sie durch kleine Gesten, dass Sie „mitfühlen“, z. B. mit einer kleinen Karte zum Jahrestag.